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BGHW-Kompakt
Warnkleidung
M 93
Stand: November 2011 (01/12)

Warum Warnkleidung?
Personen, die auf öffentlichen Straßen an der dem Verkehr zugewandten Seite Arbeiten an Fahrzeugen durchführen, sind im besonderen Maße den Gefahren des fließenden Verkehrs ausgesetzt. Sie richten ihr Augenmerk auf die Arbeit und können verständlicherweise nicht ständig den fließenden Verkehr im Auge behalten. Sie sind darauf angewiesen, dass die übrigen Verkehrsteilnehmer sie frühzeitig erkennen, Rücksicht auf sie nehmen und ihre Fahrweise rechtzeitig der Situation anpassen. Durch das Tragen von Warnkleidung signalisieren sie den übrigen Verkehrsteilnehmern, dass die Situation erhöhte Aufmerksamkeit erfordert. Das Gleiche gilt für Tätigkeiten im Gefahrenbereich des fließenden Verkehrs nach Unfällen (Bergung, Verkehrssicherungsmaßnahmen) oder durch die berufliche Aufgabe („Arbeitsplatz Straße“).
Welche Fahrzeuge müssen mit Warnkleidung ausgerüstet sein?
Der Unternehmer muss jedes mehrspurige und maschinell angetriebene Firmenfahrzeug (LKW, Zugmaschine, PKW etc.) mit mindestens einer Warnweste ausrüsten. Fahrzeuge, die ständig mit Fahrer und Beifahrer besetzt sind, sind mit Warnkleidung für beide Personen auszurüsten. Dies gilt auch für Leasingfahrzeuge.
Ausnahmen
Ausgenommen sind
  • Fahrzeuge, die ausschließlich innerbetrieblich eingesetzt werden.
  • Fahrzeuge, bei denen Fahrer und Beifahrer Instandsetzungs-, Abschlepp- und Bergungsarbeiten auf öffentlichen Straßen nicht durchführen dürfen, weil ein Werkstattwagen gerufen werden muss. Eine entsprechende schriftliche Anweisung ist im Fahrzeug mitzuführen.
  • geschäftlich genutzte Privatfahrzeuge. Das Mitführen von Warnkleidung wird jedoch dringend empfohlen, da die Gefährdungen die gleichen sind.
Welche Anforderungen muss Warnkleidung erfüllen?
Warnkleidung muss der gleichnamigen Norm DIN EN 471 entsprechen, um die Mindestanforderungen hinsichtlich der Mindestfläche des sichtbaren Materials und der Rückstrahlwerte zu erfüllen. Dies ist notwendig, damit Personen, die diese Warnkleidung tragen, rechtzeitig erkannt werden. Ältere Warnkleidung nach DIN 30711 braucht nicht ersetzt zu werden, wenn sie sich noch in ordnungsgemäßem Zustand befindet.
Warnkleidung muss mit einer CE-Kennzeichnung versehen sein. Damit bestätigt der Hersteller, dass sie den Anforderungen der europäischen Vorschriften entspricht. Bei der Auswahl von Warnkleidung sind die Einsatzbedingungen (Kälte/Hitze, Regen) zu berücksichtigen.
Wie steht es mit der Unterweisung der Mitarbeiter?
Der Unternehmer muss sein Fahrpersonal über die Verpflichtung zum Tragen der Warnwesten unterweisen. Die Unterweisung muss mindestens einmal jährlich wiederholt und schriftlich dokumentiert werden (siehe hierzu die Muster-Betriebsanweisung).
Wann muss Warnkleidung getragen werden?
Unternehmer, Beschäftigte, Fahrer und Beifahrer, die auf öffentlichen Straßen im Gefahrbereich des fließenden Verkehrs Instandsetzungsarbeiten, Abschlepp- oder Bergungsarbeiten durchführen, müssen Warnkleidung tragen. Gefahren bestehen insbesondere dann, wenn an der dem Verkehr zugewandten Seite des Fahrzeugs Arbeiten ausgeführt werden müssen, bei denen weder auf den Verkehr geachtet noch ihm ausgewichen werden kann.
Wann sollte noch Warnkleidung getragen werden?
Empfehlenswert ist das Tragen von Warnkleidung auch
  • beim Aufstellen des Warndreiecks,
  • während der Erste-Hilfe-Leistung nach Verkehrsunfällen,
  • beim Aufziehen von Schneeketten oder Anfahrhilfen,
  • bei der Pannenhilfe.
Welches sind die Rechtsgrundlagen?
  • Unfallverhütungsvorschrift „Fahrzeuge“ (BGV D29)
  • DIN EN 471 „Warnkleidung“
Bildnachweis
ADAC